Kategorie-Archive: Persönlich

Homo Oeconomicus – oder: Die Evolution ist ein Arschloch

Vor knapp vierzehn Milliarden Jahren kam mit einem Knall
aus dem Nichts die Welt ins All.
Es hätte so schön bleiben können,
sie dehnte sich aus und gedieh,
bis sie zehn Milliarden Jahre später die Erde ausspie.
Seitdem kreist die kleine Kugel um sich selbst und um die Sonn‘,
und weil sie so allein war, hat sie ein paar Einzeller bekomm.
Wär’s mal dabei geblieben, isses aber nicht.

Ich kann ja doch fliegen!

Im Juli fand die Premiere von „Intuivent“ statt. Dreizehn Menschen trafen sich am Meer, um Quatsch zu machen. Komplett zweckfrei und ohne hinderlichen Verstand. Dafür durchaus mit Sinn. Im Laufe der Jahre habe ich bei der Suche nach dem Ausgang aus diesem irdischen Irrgarten schon sehr viele Wege ausprobiert. Krumm, kreuz und quer, zick und zack. Von Selbstoptimierungsmethoden über diverse Verschlimmbesserungen bis …

Die Wunder des Lebens feiern

Schaukeln am Strand

Bis vorhin hatte ich Geburtstag. Den Tag habe ich allein verbracht. Allein? Natürlich nicht. Gestern war ich den ganzen Tag bei einem sehr schönen Event und um halb sechs Zuhause. Ganz ohne Vorbereitung geht’s auch nicht. Um halb acht kamen die ersten Leute. Mit wenigen Ausnahmen habe ich es schon immer so gemacht, dass die Gäste als Geschenk das Essen mitbringen. Das funktioniert derart gut, dass ich es vermutlich nie ändern werde.

Udo Lindenberg, Eierlikör & ich

Udo Lindenberg und Barbara Underberg bei ein Gläschen Eierlikör

Eines Tages stand ich auf dem Parkplatz eines Bochumer Getränkehandels und lud gerade irgendwas Flüssiges ins Auto als das Handy klingelte. Unbekannte Nummer. Bekannte Stimme. Udo Lindenberg war dran und bedankte sich für meine freundlichen Interviewanfragen. Ich stellte die Getränkekiste ab, versuchte zu verstehen, was gerade passierte, und cool zu bleiben.

Kroketten, Karaoke & Hallelujah

KEINE WEIHNACHTSGESCHICHTE
Eigentlich wollte ich eine Geschichte schreiben über Klaus, das Klavier, und Sabine, das Saxophon, die gern miteinander gespielt hätten, aber sich noch nicht einmal auf die Tonart einigen konnten. Da Weihnachten ist und mir der Sinn nicht nach Streit steht, hat das nicht geklappt. Also doch wieder was Autobiographisches.

Toben im Tattoostudio

Toben im Tattoostudio

MEIN HIRN & ICH SITZEN IN DER PATSCHE
Hätte mir vorgestern jemand prophezeit, ich würde mich mit einem Fünfundzwanzigjährigen auf dem Fußboden eines Tattoostudios wälzen, hätte ich befremdet die linke Augenbraue hochgezogen und geantwortet: eher unwahrscheinlich. Oder anders formuliert: Die Wahrscheinlichkeit für einen derartigen Vorgang liegt bei ziemlich genau NULLKOMMANULL

Mein Hirn & ich im Tanzsaal

Rosa Ballettschuhe

MIT ELFEN, GEIERHÄLSEN UND PLIÉ
Ich war eins dieser Kinder, das nie so recht irgendwo dazu gehörte. Diejenige, mit der man sich anfreundet, wenn man es sich mit den coolen Kids verscherzt hatte. Farblos, ein bisschen pummelig, Brille, Pferdegebiss, Second-Hand-Jungsklamotten und mit auf Mutters ausdrücklichen Wunsch an Mireille Mathieu angelehnter Topffrisur. Und dann auch noch unsportlich. Schon in der Grundschule war ich im Eckenrechnen einigermaßen konkurrenzfähig, im Sportunterricht hingegen offenbarte sich das Defizit, das mich bis heute begleiten sollte. Ich war diejenige, die vor den Bock prallte, weil sie sich nicht traute drüberzuspringen.

Falscher Fuffziger oder: Konsequent inkontinent

Inkontinenz-Einlagen

Letzten Samstag finde ich es vor der Wohnungstür, als ich abends nach Hause komme. Ein DIN A5-kleines, schmales Päckchen in sanftem Hellgrün mit Blumen in rosa und gelb. Sieht aus wie ein Geschenk. Dabei ist mein Geburtstag doch erst in einer Woche. Von wem das Päckchen wohl ist? Da ich seit vierzig Jahren stark kurzsichtig […]

Mein Hirn, mein Hintern & ich

Orangenhaut

Vorhin erreichte uns über Facebook die Nachricht einer älteren Dame. „Hallo Barbara, dein Profil ist mir gerade aufgefallen.“ Kurz bevor ehrliche Freude über ehrlichen Zuspruch einsetzen kann, lese ich den nächsten Satz. „Sag mal kennst du schon die neue ByeByeCellulite?“ Es folgt die Frage, ob ich mich reich und andere glücklich machen wolle. Wer kann […]

Mein Hirn, mein Bauch & ich

Dicke Statue

Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Der Verstand ist wach, aber das Fleisch ist billig. (Eine dem Reim geschuldete, über das eigentliche Thema hinausweisende Kritik an der Lebensmittelindustrie.) Der Kopf hat sich stets bemüht, aber der Körper ist mangelhaft. Das Schicksal hat mir übel mitgespielt. Ich bin ein Mängelwesen. Ein bisschen zu […]

Glaub doch, was du willst

Gehirn

Mein Hirn begann früh ein gewisses Eigenleben zu führen. Es weigerte sich strikt, Kriege und Könige aus vergangenen Jahrhunderten abzuspeichern, der Dreifelderwirtschaft Platz einzuräumen und dem lateinischen Ablativ Zutritt zu gewähren. Schlechte Noten sorgten für Ärger und ordentlich Druck. Das ist die denkbar dümmste Methode, ein Hirn zum Arbeiten zu bewegen. Sind die angebotenen Informationen […]

Glückse!

Vierblättriges Kleeblatt

Heute ist der fünfte Weltglückstag, von den Vereinten Nationen erfunden und seit 2013 am 20. März gefeiert. Glück ist seit einigen Jahren schwer in Mode. Wer es sucht, kann sich bei Amazon mit 6668 Büchern helfen lassen. Bei Google gibt es 93 Millionen Glückstreffer und mehr als 62.000 Treffer zur Glücksforschung. Was in der Psychologie […]

Frauen um die fünfzig: Warten auf den Tod

Michelle Obama

Heute ist Internationaler Frauentag und wie in jedem Jahr gibt es betroffene Reden, aufrüttelnde Resolutionen und rote Nelken. Ich meide derlei feministische Folklore und stelle mich ähnlich mausetot wie an Weiberfastnacht. Es wird viel Kluges gesprochen und gefordert, was Politik und Gesellschaft alles tun sollten für mehr Gleichstellung. Würde ich an die Macht von Resolutionen […]

Underberg? Echt jetzt?

Underberg-Spieldose

Die meisten Menschen haben nicht nur Träume, sondern auch Traumen. Oft aus der Kindheit. Ich auch. Viele Jahre habe ich mich für meinen Namen geschämt. Zumal ich nicht immer mit Barbara angesprochen wurde. Die erste Idee meiner Eltern war, mich Elke zu nennen. Die einzige Elke, die ich in meinem bisherigen Leben kennengelernt habe, war […]

Scheinwerfer in der Schnitzelranch

Lesebrille

Wer alle fünf bis sechs Sinne beisammen hat, kann in der Regel zunächst einigermaßen barrierefrei durch den Alltag balancieren. Der Mensch funktioniert ungefähr bis zum vierzigsten Lebensjahr halbwegs wartungsarm. Doch kaum sind die Sprösslinge aus dem Gröbsten raus und in der Karriere war von Kick bis Knick alles schon dabei, gerät das fein justierte System […]

Montagmorgen

Faultier

Halb acht. Der Lichtwecker taucht mein Schlafgemach in dunkles Rot. Ich schnarche arglos weiter. Einige Minuten später leuchtet es mir orange mitten ins Gesicht. Mein Hirn registriert eine unerwünschte Veränderung und wuchtet den dazugehörigen Körper auf die dem Licht abgewandte Seite. Doch der simulierte Sonnenaufgang lässt sich nicht aufhalten. Um viertel vor acht ist es […]

Mein Hirn & ich im Grippekoma

Erkälteter Kermit

Vorhin bin ich nach anderthalb Tagen aus dem Grippekoma erwacht. Der erste Virenbefall seit zwei Jahren und elf Monaten. Gegen Ingwer-Quasi-Intravenös* hat kaum einer eine Chance. Nun hatten sie mich aber doch erwischt. Die Nächte phantasierend im Bett, die Tage auf der Couch, siechend. Unfähig, etwas aufzunehmen, was die Nervenzellen in meinem Hirn auch nur […]

Wer quasselt da eigentlich in meinem Kopf?

Neuronen

Gedanken sind vermutlich das, was uns Menschen von anderen Lebewesen unterscheidet. Glaubt man der aktuellen Forschung rattern pro Tag etwa 60.000 Gedanken durch meinen Kopf. Das hört sich nach wirklich viel Denkarbeit an. Umgerechnet sind das allerdings nur 0,7 Gedanken pro Sekunde oder ungefähr zwei Gedanken in drei Sekunden. So wird es gleich überschaubarer. Mitgezählt […]

Wie mache ich aus mir eine Persönlichkeit

Kuchenteig

In wenigen Tagen wird es soweit sein, dass mein Alter mit Mitte vierzig nicht mehr wirklich korrekt umschrieben ist. Schon seit einiger Zeit häufen sich in meinem Umfeld Fälle von Unpässlichkeit, Krankheit und Unlust. Altersteilzeit gerät in den Fokus und es werden Überlegungen ventiliert, wie die aktuellen Beschwerden sich möglicherweise zu einer Frühverrentung potenzieren lassen. Dabei sind immer mehr Menschen um die fünfzig gerade einmal in der Mitte ihres Leben angekommen.