Mein Hirn, mein Hintern & ich

Orangenhaut

Vorhin erreichte uns über Facebook die Nachricht einer älteren Dame. „Hallo Barbara, dein Profil ist mir gerade aufgefallen.“ Kurz bevor ehrliche Freude über ehrlichen Zuspruch einsetzen kann, lese ich den nächsten Satz. „Sag mal kennst du schon die neue ByeByeCellulite?“ Es folgt die Frage, ob ich mich reich und andere glücklich machen wolle. Wer kann dazu schon nein sagen?

Auf der dazugehörigen Homepage sprießt nicht nur neues Männerhaupthaar innerhalb von sechs Wochen, wenn man bereit ist, ein wenig in sich selbst zu investieren (hundert Milliliter für 145 Euro), sondern auch ein Schwangerschaftsbauch sowie Dellen (200 Milliliter für 129 Euro) und Falten (15 Milliliter für 89 Euro) jeder Art gehören schon morgen der Vergangenheit an.
Ein Photoshop-Abo gibt’s schon ab 23,79 Euro pro Monat.

Mein Hirn und mein Hintern haben gerade verhandelt und sich gegen das verlockende Angebot entschieden. Ersteres bewertet seine Faltungen und Furchen als Wettbewerbsvorteil, letzterer ist stolz auf sein solides Sitzfleisch.

Es ist traurig genug, dass Menschen mit Network-Marketing ihr Geld verdienen müssen. Wenn es doch dann wenigstens irgendein nützliches Produkt wäre. Oder ein schönes. Oder ein günstiges. Irgendwas, das die Welt braucht. Ein Thermomix zum Beispiel oder ein blinkendes Einhornstirnband oder ein Glatzenkamm.

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